DISCOVER US! Ein Vorwort

Uta Grundmann


Die Ausstellung „Carnival Within – An Exhibition Made in America“ hat eine lange Vorgeschichte. Als die Idee, zeitgenössische Kunst aus den USA in Berlin zu zeigen, kurz vor der Wiederwahl George Bushs im November 2004 entstand, war die hiesige Debatte über Amerika von einer vollkommenen Entfremdungserfahrung gekennzeichnet. Zugegebenermaßen hatten sich die Vorstellungen von diesem Land schon immer weniger auf ein politisch reales denn ein medial vermitteltes, imaginäres Gebilde bezogen, aber die Irritationen über die damalige Regierung und ihr Vorgehen in der Welt stellten die geläufigen Mythen auf den Kopf und provozierten die Frage, wie denn solche Vorstellungen und Bilder entstehen und wie sie zu ergründen seien.
Spätestens der Streit um den Irakkrieg hatte offenbar werden lassen, dass das Verhältnis der Vereinigten Staaten zu Deutschland (und Europa) von unvereinbaren Auffassungen bestimmt war. In der Auseinandersetzung spiegelten sich zwei Visionen der Welt, wobei die Differenzen nicht allein das politische Handeln betrafen, sondern auch andere Sphären dessen beeinflussten, was als „freiheitlicher Westen“ bezeichnet wurde: Existierte nach dem Ende des Kalten Krieges überhaupt noch eine Gemeinsamkeit von Werten und Geschichte? Es war nicht nur das unilaterale Auftreten der USA gegenüber dem „Rest“ der Welt, das für Zweifel und Ressentiments sorgte. Auch der vermeintliche Aufstieg des evangelikalen Christentums und sein nachhaltiger Einfluss auf die amerikanische Regierungspolitik erschienen unverständlich. Die New York Times rekapitulierte damals, dass es bei der anstehenden Wahl im Grunde um einen „Kulturkampf“ ginge, um Sieg oder Niederlage in einem kulturellen Bürgerkrieg zwischen Liberalen und Konservativen, der in den 1960er Jahren offen ausgebrochen war und seither unter der Oberfläche brodelte. Anders gesagt, dass Bush und seine Gefolgschaft das moderne, säkulare Amerika der Gesellschaftskritik und Bürgerrechte, der Bewusstseinserweiterung und Selbstverwirklichung – das für uns seinen Ausdruck fand in großartiger Musik und Literatur, in Filmen und in der Kunst und das wir deshalb für das eigentliche gehalten hatten – zu beseitigen trachteten, um an seine Stelle ein Imperium zu setzen, das auf der offenbarungsreligiösen Überzeugung baute, im Besitz der ewigen und verbindlichen Wahrheit zu sein.
Inzwischen haben sich die Zeiten grundsätzlich geändert. Mit der Wahl Barack Obamas zum Präsidenten hat Amerika der Welt vorgeführt, dass es die Fähigkeit zur Erneuerung besitzt. Es scheint der historische Gedanke Hegels von der „List der Vernunft“ bestätigt, dass es der Bush-Jahre, der Kriege im Irak und Afghanistan und zu guter Letzt der Finanz- und Wirtschaftskrise bedurfte, um einer neuen politischen und kulturellen Vision Amerikas zum Durchbruch zu verhelfen. Nicht zufällig aber war mit dieser Wahl die Vorstellung verbunden, dass die Vereinigten Staaten nun endgültig die Kämpfe der 1960er Jahre überwinden müssten. Der Wiederaufbruch wurde mit dem in den 1960ern verglichen und Obama mit John F. Kennedy. Obama symbolisierte die angebliche Versöhnung der Ethnien ebenso wie in der Verbindung seiner Biografie mit seiner Ausstrahlung den „Amerikanischen Traum“ als das erneuerte Versprechen auf die Hoffnung des Glücks für alle. Dabei wurde meist unterschlagen, dass damals wie heute die andere Seite existiert(e), die in den vergangenen Jahren von Bush verkörpert worden war, und dass Amerika ein geteiltes Land bleibt, das auch Obama nicht magisch zusammenführen kann, eben weil sich seine Gesellschaft gleichermaßen über ihre Auseinandersetzungen wie ihre Einverständnisse erklärt: über die Bedeutung von Familie und sexueller Moral, über Fragen von Utopie und Religion, Rasse und Geschlecht, Krieg und Frieden, Konsum und Gewalt, Ordnung und Chaos. Die 1960er waren ein kollektives Trauma, weil sie das Land in zwei Teile spalteten, deren Protagonisten jeweils für die Zukunft der Zivilisation zu kämpfen glaubten, während die Visionen der Erlösung unvereinbarer nicht sein konnten – sie waren ein Trauma, wie es der 11. September 2001 und seine Folgen sind und sein werden. Die symbolisch ausgetragenen Kämpfe trennen Amerika folglich nicht von seinen aktuellen Problemen, sondern sie definieren sie.(1)
Betrachtet man die anfänglich gestellte Frage nach dem Entstehen der Vorstellungen von Amerika diesseits des Atlantiks unter dem Blickwinkel der Nachwirkungen jener Zeit, wird deutlich, dass auch die Bilder, die wir uns machten, immer nur die eine oder andere Seite betrafen. In meinem Fall waren sie von der Faszination der Gegenkultur und der Protestbewegungen in den USA geprägt. Der Titel unseres Projektes DISCOVER US!, das über die Ausstellung hinaus ein umfangreiches Programm zeitgenössischen amerikanischen Jazz’ sowie Lesungen konzeptueller Poesie und ein Symposium zur Aktualität konzeptuellen Schreibens umfasste, bezieht sich auf den Film Blutige Erdbeeren (The Strawberry Statement) von 1970 über die Studentenproteste an der Columbia University in New York. In diesem Film fährt die Kamera einige Minuten lang durch die leere, ziemlich verwüstete Stadt und hält kurz inne, als ein verrammeltes Schaufenster in den Blick gerät, auf dem ganz groß geschrieben steht: DISCOVER AMERICA. Der Einwand mag kommen, dass Amerika heute nun wirklich keine Entdeckung mehr wert sei, da schließlich unsere Kultur und vor allem auch unsere visuelle Welt eine amerikanisierte ist, der man sich kaum entziehen kann. Dem wäre jedoch entgegenzuhalten, dass es jenseits von Klischees, Vorurteilen und Ressentiments immer etwas zu entdecken gibt, zweifellos auch in und über Amerika. Die Ausstellung „Carnival Within“ stellt eine solche Entdeckungsreise dar.

Den Kuratoren war nicht daran gelegen, einen wie auch immer gearteten Überblick über die zeitgenössische amerikanische Kunst zu geben, eine politisch motivierte Ausstellung zu zeigen oder in einer solchen den Zustand der Gegenwartskunst in Amerika theoretisch zu reflektieren. Angesichts der aktuellen Fragen, die in den letzten Jahren zum Verhältnis von Deutschland und Amerika aufgekommen sind, lag es aber auf der Hand, die Kunst nach ihrer Perspektive zu befragen. Würde sie als Medium kritischer Analyse die Situation Amerikas reflektieren können? Selbstverständlich spielte für das Konzept die Wahl Barack Obamas zum Präsidenten und die damit verbundene ideelle, politische und ethische Wende in den Vereinigten Staaten eine zentrale Rolle. „Carnival Within“ war geradezu vom Glauben an die Möglichkeit der Transformation inspiriert, anders gesagt von jenem Motto, mit dem Obama die Wahl gewann: „Change. The change we need. Change we can believe in.“(2) Sabine Russ und Gregory Volk zeigen in dem folgenden Essay, wie bezeichnend es für die amerikanische Kultur ist, dass sich der Wille zur Verwandlung und Transformation vor allem in karnevalistischen Formen äußerte – man denke hier nicht nur an Maskeraden oder Zirkusse, sondern auch an Vergnügungsparks wie Coney Island und Disney World, an Las Vegas und Hollywood. Sie beziehen sich dabei – neben Emily Dickinson und Walt Whitman – auf den russischen Philologen und Literaturwissenschaftler Michail Bachtin, der den Karneval als „umgestülpte Welt“ begriff, in der die Möglichkeit der Freiheit für den Augenblick durch die alle Ordnung und Autorität unterminierende Kraft des karnevalesken Lachens gegeben ist.
Der Schluss liegt nahe, den adäquatesten Ausdruck für den amerikanischen Moment der Freiheit im Karnevalesken zu suchen – so hatte der französische Philosoph Jean Baudrillard bereits 1986 Amerika in der Metapher von „Disneyland“ als domestiziertes Vergnügungsparadies bezeichnet, in dessen Kultur die Kategorien Simulation und Fiktion genuin eingeschrieben sind.(3) Anders wären die Fragen eines Journalisten im Vorfeld der Ausstellung auch nicht zu verstehen gewesen, ob denn Obamas Wahl „als Funktion einer karnevalesken Katharsis“ zu sehen sei oder Amerika einen Vergnügungspark darstelle, „in dem die neue Regierung puritanisch Aschermittwoch“ begehe. Die Intention der Erkundigung offenbart sehr deutlich, dass nicht nur das politische Geschehen in Amerika, sondern auch die Kunst und – mit Blick auf das Thema der Ausstellung – die Funktion des Karnevals für die kulturelle Identität der amerikanischen Gesellschaft hier wie da sehr unterschiedlich interpretiert werden. Sabine Russ und Gregory Volk ging es eher um ein ästhetisches als ein politisches Phänomen, um den Zusammenhang von puritanischem Erbe, Positivismus und Entertainment; sie betonten das Anarchische des Karnevals und das ihm innewohnende Moment der Freiheit. In ihrem Sinne wäre der Wahlgewinn Obamas – und Bachtin hätte ihn gewiss als einen der von ihm antizipierten großen gesellschaftlichen Umbrüche gesehen, in dessen Vorfeld mit einer vorbereitenden „Karnevalisierung des Bewusstseins“ zu rechnen war – als Beweis dafür zu nehmen, dass das Unwahrscheinliche wahrscheinlich ist. Der europäische Interpret lässt dagegen doch lieber die Vorsicht des Philosophen Immanuel Kant walten, für den es sich bei diesem Gewinn um ein Zeichen für die Möglichkeit der Freiheit gehandelt hätte, für den Umstand, dass das Undenkbare möglich ist, bei dem jedoch zur gleichen Zeit das Umschlagen der Freiheit in den Terror mitgedacht werden muss.(4) Auch die europäische Rezeption des Karnevals hat ein entschieden anderes Gewicht: Hier ist man sich nahezu einig, dass der Karneval keine anarchische, Systeme außer Kraft setzende Funktion besitzt, sondern die Umkehrung der Hierarchien die herrschenden gesellschaftlichen Verhältnisse bestätigt und ihre Machtstrukturen legitimiert. Schon Karl Kraus sprach vom Krieg als „pervertiertem Karneval“ oder Elias Canetti vom karnevalesken Lachen als aggressivem Akt und Substitut körperlicher Gewalt (Die Blendung). Der russische Philosoph Boris Groys spitzt diese Auffassung noch einmal zu, wenn er in Bachtins Beschreibung des Karnevals eine „Reproduktion der Atmosphäre stalinistischen Terrors“ verwirklicht sieht und davon ausgeht, dass das Ziel „Bachtins nicht die demokratische Kritik der Revolution und des stalinistischen Terrors war, sondern deren theoretische Rechtfertigung im Sinne einer auf eine archaische Tradition zurückgehenden Handlung“.(5) Auch wenn man nicht so weit geht, den Karneval als Kehrseite des Terrors zu betrachten, so ist doch offensichtlich, dass Krieg und Terror die Themen Amerikas in den letzten Jahren waren. Zu Bachtins Verteidigung wäre zu sagen, dass er mit seiner Romantheorie zur Bedeutung des Komischen in der Kultur lediglich ein geisteswissenschaftliches Äquivalent zu Einsteins Relativitätstheorie entwickeln wollte, geboren aus der Erkenntnis, dass es in modernen Gesellschaften keine absolute Sinnhaftigkeit mehr geben kann, dass Bedeutungen in Relationen begriffen werden müssen und entscheidend von der Position des Betrachters abhängen.
Für den hiesigen Betrachter ist es der Begriff der „Sensation“, der unsere Ausstellung „Carnival Within“ vielleicht verständlicher umreißen kann, vor allem dann, wenn man ihn als Synonym für die Bestimmung des Karnevalesken in der amerikanischen Kultur versteht. Ein entscheidendes Merkmal dieser Kultur, so der Jurist und Philosoph Jedediah Purdy, ist die „Gier nach Sensationen“, nach Spektakel und Ekstase, Ereignissen und ständigen Gaben von Sinneserlebnissen, was sich in der Allgegenwart evangelikaler Religiosität oder dem gestörten Verhältnis zum Essen ebenso spiegele, wie es sich in der Politik der vergangenen Jahre niedergeschlagen habe, welche „die Begierde immer mehr zum eigentlichen Gesetz“ erhob.(6) Bedeutete der Begriff ursprünglich nichts anderes als „Wahrnehmung“, so ist heute mit „Sensation“ jedes Ereignis gemeint, das die Wahrnehmung in seinen Bann zu ziehen vermag. In vormodernen Gesellschaften wurde die Sensation denn auch als Epiphanie des Heiligen und Mittel der Ekstase erlebt, durch die der Mensch den grausamen Zumutungen des Daseins zumindest kurzfristig entkommen konnte, heute ist sie als „Surrogat des ent­schwundenen Heiligen“ die „Anschauungsform des modernen Menschen“ überhaupt.(7) Das Thema des Karnevals war deshalb als Rahmen für die Kunst gedacht, der es erlaubte, sich den „Sensationen“ der Werke hinzugeben, während die Uferhallen im Berliner Wedding mit ihrer großartigen Architektur den kongenialen Ort für eine Ausstellung boten, in der man wie in einem raffiniert angelegten Garten der Sensationen lustwandeln konnte. Der Berliner Fotograf Arwed Messmer hat den Gang durch unseren „Vergnügungspark“ dokumentarisch nachvollzogen (S. 77–156).
„Carnival Within“ gelingt es, sehr authentisch das Amerika der Gegenwart als lokales Ereignis zu spiegeln und dabei die angesprochene Thematik auf subtile Weise aufzugreifen. Bei David Herbert oder William Pope.L ist die Dekonstruktion des Mythos’ vom Superman offensichtlich. Die doppelte „Sensation“ des Sterns von Nadine Robinson erschließt sich jedoch erst, wenn man weiß, dass sich der Titel Wormwood auf die Offenbarung des Johannes bezieht und damit den Terror der Zerstörung in der Religiosität aufgehoben sieht – einer Religiosität, die für das evangelikale Christentum in den Vereinigten Staaten mit seinem Erlebnisversprechen der Ekstase der Erlösung ohnehin eher mit der Befriedigung von Sensations­hunger als mit meditativer Einkehr zu tun hat.(8) Dass der Hunger nach messianischer Erlösung durchaus mit diesseitiger Glückserwartung einhergeht, macht Lawrence Weiners Arbeit A PURSUIT OF HAPPINESS [ASAP] deutlich. Für das amerikanische Selbstverständnis gehören Begriffe wie „Hoffnung“ (ebenfalls eines der Schlagworte der vergangenen Wahl), „Optimismus“ und „positives Denken“ seit jeher zum Vokabular seelischen Befindens. Der „Kult der Positivität“ hat inzwischen jedoch nicht nur eine Industrie der „Selbsterziehung zum Glück“ hervorgebracht, sondern auch die neue akademische Disziplin einer „positiven Psychologie“ begründet, die jährliche Konferenzen abhält und das Journal of Happiness Studies herausgibt,(9) alles mit dem Ziel, den Menschen zur ihrem Glück zu verhelfen – „as soon as possible“, sobald wie möglich.

Es sind dies nur zwei Beispiele für die vielfältige Art des Umgangs der ausgestellten Künstler mit der Sensation und dem Spektakel. Der bereits erwähnte Essay von Sabine Russ und Gregory Volk geht ausführlich auf alle Arbeiten ein. Darüber hinaus nehmen die Texte im Katalog die anfänglich angedeutete Debatte über die Wahrnehmung Amerikas in Deutschland (beziehungsweise Europa) auf, indem sie das hiesige Verhältnis zu und damit auch unsere Vorstellungen von Amerika spiegeln und umgekehrt: Neben dem Essay über die Ausstellung und die Künstler stehen ein philosophischer Kommentar über Amerika und sein Ideal der Freiheit von Martina Siebert, einer Künstlerin und Philosophin, die selbst viele Jahre in New York gelebt hat, und nachfolgend ein Text von Uta Grundmann zur Ikonografie deutsch-amerikanischer Vorstellungsbilder. Der Amerikanist Thomas Irmer sieht mit den Digedags, den Hauptdarstellern des beliebtesten DDR-Comics MOSAIK, zurück auf das Amerikabild in der DDR, und Jed Rasulas Text über den Jazz und seine Herkunft aus den europäischen Avantgarden verdankt sich der Kooperation der Ausstellung mit der Jazzwerkstatt Berlin-Brandenburg.

Das Gesamtprogramm von DISCOVER US! – die Ausstellung „Carnival Within – An Exhibition Made in America“, die Konzertreihe „Across the Border – American Jazz Now“ und das Literaturprogramm „Conceptual Writing and Its Environs – New Strategies in American Poetry“ entstand in Zusammenarbeit mit Ulli Blobel und Melanie Martin von der Jazzwerkstatt Berlin-Brandenburg e.V. sowie Catrin Gersdorf vom John-F.-Kennedy-Institut der Freien Universität Berlin und Robert Fitterman von der New York University.

(1)    Vgl. Rick Perlstein, „Getting Past the ’60s? It’s Not Going to Happen“, in: The Washington Post, 3. Februar 2008, S. B01: „Wie ein Patient der Psycho­analyse unterdrücken wir vieles von dem, was damals am meisten schmerzte und was nur gelegentlich in einer Eruption zum Ausbruch kommt. Die Nachwirkungen dieser Spaltung sind so groß, dass der oberflächliche Versuch, ihre Geister zu beherrschen, fast immer dazu führt, diese zu reproduzieren.“
(2)    Dass Obamas Rede vom Wandel mehr ist als ein Slogan, sondern eine uramerikanische Vision, erklärt der amerikanische Politologe Walter Russell Mead in einem Gespräch mit der Tageszeitung Die Welt, vgl. „Wandel ist das Lebenselixier Amerikas“, in: Welt online,
15. Dezember 2008.
(3)    Jean Baudrillard, Amerika, München 1987.
(4)    Slavoj Zizek, „Hoffnungszeichen. Doch die eigentliche Auseinandersetzung beginnt nach dem Sieg Obamas“, in: Lettre International, Nr. 83, Winter 2008.
(5)    Boris Groys, „Grausamer Karneval. Michail Bachtins ,ästhetische Rechtfertigung‘ des Stalinismus“, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21. Juni 1989.
(6)    Jedediah Purdy, „Jeder ein König“, in: Die ZEIT, Nr. 44,
21. Oktober 2004.
(7)    Christoph Türcke, Erregte Gesellschaft. Philosophie der Sensation, München 2002.
(8)    Vgl. J. Purdy, Anm. 6.
(9) Barbara Ehrenreich, „Pathologies of Hope“, in: Harper’s Magazine, 1. Februar 2007.


Uta Grundmann ist Kunsthistorikerin und arbeitet als freiberufliche Autorin, Projektmanagerin, Lektorin und Grafikerin in Berlin. Sie ist Verfasserin des Bandes Revolution im geschlossenen Raum. Die andere Kultur in Leipzig 1979–1990 (2002, mit Klaus Michael und Susanna Seufert).

Umschlag Katalog DISCOVER US

Katalog zur Ausstellung

Carnival Within. An Exhibition Made in America

Carneval Within
An Exhibition Made in America
Herausgeber / Uta Grundmann, Sabine Russ, Gregory Volk
Paperback
Seiten: 300 | Zahlreiche Abb. in Farbe. Mit Fotografien von Arwed Messmer

Kann Kunst als Medium kritischer Analyse die neue Situation Amerikas reflektieren? Die Ausstellung zeitgenössischer amerikanischer Kunst mit dem Titel »Carnival Within« ist vom Glauben an die Möglichkeit der Transformation inspiriert, von jenem Motto, mit dem Barack Obama die Wahl zum US-Präsidenten gewann: »Change. The change we need. Change we can believe in.« »Carnival Within«, »made in America«, thematisiert in verschiedenen Medien und Formen Exzess, Übertreibung, Gigantomanie, Sensationslust und Parodie. Mit ihrem Bezug auf karnevaleske Formen von Schaustellerei und Spektakel berühren die ausgestellten Werke zugleich wichtige Themen der amerikanischen Kultur: Utopien, Religiosität, Rassen- und Geschlechterfragen, Immigration, Konsum und Gewalt.
Die von den New Yorker Kuratoren Sabine Russ und Gregory Volk in Zusammenarbeit mit der Berliner Kunsthistorikerin Uta Grundmann organisierte Ausstellung findet in der Publikation »DISCOVER US!« ihre kongeniale Begleitung.

Mehr lesen.
Direkt bestellen.