Joyce Pensato

Vanessa Place

William Pope.L

Peggy Preheim

Joyce Pensato

Joyce Pensato, Felix, 2007, Courtesy of the artist und Friedrich Petzel Gallery, New York



Joyce Pensato


*in Brooklyn/NY, lebt und arbeitet in Brooklyn/NY

www.joycepensato.com

Galerien:
Friedrich Petzel Gallery, New York
Elga Wimmer PCC, New York







Als Kind eines sizilianischen Immigranten und einer italienisch-amerikanischen Mutter wurde Joyce Pensato in die Rhythmik eines multiethnischen Stadtteils in Brooklyn hineingeboren – wo man alten Traditionen anzuhängen und gleichzeitig alles Neue zu absorbieren pflegt, wo katholische Ikonografie und Symbolik aneinander stoßen und mit Strandgut der Popkultur verschmelzen, wo religiöse Prozessionen in Straßenfeste und kitschige Jahrmärkte übergehen. Jahre später hat Pensato solche Versatzstücke der Popkultur in ihren Schwarz-Weiß-Malereien rigoros verarbeitet – in Comic-Ikonen von fast psychotischer Intensität und einer unheimlichen Mischung aus Ausgelassenheit und tiefem Unbehagen.

Ohne jede Spur von Nostalgie beziehen sich viele von Pensatos Gemälden (insbesondere die von Mickey Maus, die 1928 debütierte, Donald Duck hingegen 1934 und Felix the Cat 1922) auf ein eher unschuldiges Amerika vor und in der Mitte des letzten Jahrhunderts. Dieses Milieu lässt Pensato mit dem Heute kollidieren, einem Amerika, das zwischen aktuellen Konflikten, persönlichen und nationalen Ängsten und Wünschen taumelt. Auf den ersten Blick scheinen Pensatos Bilder, die auch zeitgenössische Figuren aus den „Simpsons“ und „South Park“ aufgreifen, wie beiläufig entstanden zu sein, als wären sie mit ein paar Strichen flüchtig auf die Leinwand geworfen. Diese gewollt beiläufige Wirkung ist jedoch das Ergebnis eines aufwendigen Malprozesses, und das komplexe Verhalten von Farbe ist ein Schlüssel zum gesamten Werk Pensatos. Variationen in der Farbkonsistenz, Spritzer, tangentiale Mini-Strähnen, die in merkwürdigen Winkeln verströmen, Ränder, die in kleine Partikel ausfransen, und plötzliche Leerstellen ergeben einen ganz eigenen Stil zwischen Abstraktion und Repräsentation. Pensatos Comicfiguren sind in ihrer Mischung aus Wildheit und Strenge auf komplexe Weise human, durchsetzt von der uns eigenen Lächerlichkeit und Tiefgründigkeit, Unbeholfenheit und Anmut – und damit eine Antwort auf eine Zeit der Krise und Unsicherheit im Land. Für „Carnival Within“ entwirft Pensato eine temporäre Wandarbeit vor Ort mit der eigenwilligen Version eines Clowns.

 


Ausstellungen | Bibliografie


Ausstellungen:
2009 „Joyce Pensato“, Capitain Petzel, Berlin
2008/09 „Joyce Pensato“, Friedrich Petzel Gallery, New York
2007 „Joyce Pensato: Recent Drawings“, Schmidt Contemporary Art, St. Louis/MO

Bibliografie:
Jerry Saltz, „Emerging, After All These Years“, in: New York Magazine, 4. Februar 2008
Gregory Volk, „In the Neighborhood: Joyce Pensato’s Recent Paintings“, in: The Eraser, Ausst.-Kat. Friedrich Petzel Gallery, New York 2007
Stephen Maine, „Toon Noir“, in: Art in America, Juni/Juli 2007